Brassen angeln – der große Einsteigerguide


Brassen angeln wird in Deutschland immer beliebter. Daher haben wir uns die Mühe gemacht diesen doch recht aufwendigen und ausführlichen Einsteigerguide über die Brasse zu verfassen. So solltest du am Ende in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen hinsichtlich Ausrüstung, dem passenden Brassen Köder und dem optimalsten Standort zur richtigen Zeit zu treffen.

Dadurch wirst auch du, selbst wenn du zur Zeit noch nicht soviel Ahnung vom Brassen angeln hast, fähig sein kapitale Brassen an Land zu ziehen. Aber vor dem angeln solltest du die Brasse etwas genauer kennenlernen. Denn nur wer seinen „Gegner“ kennt, kann sich auch auch optimal auf diesen einstellen. Daher gehen wir im Folgenden etwas näher auf die Brasse ein.

Das solltest du über die Brasse wissen

Viele werden die Brasse auch unter dem Namen Brachsen (Abramis brama) oder auch Pliete bzw. Blei kennen. Nachfolgend ein Bild einer relativ kleinen gelandeten Brasse:

Die Brasse kann ein Gewicht von bis zu 7 kg bekommen. Sie kommt vor allem in stillstehenden und langsam fließenden Gewässern vor.  Ihr Verbreitungsgebiet liegt dabei vor allem in Europa und Zentralasien. In Europa gilt sie als einer der am weitesten verbreitesten Angelfische überhaupt.

Auffällig bei diesem Fisch ist der schuppenlose Kopf sowie der hohe und schmale Körper. Darüber hinaus verfügt sie über eine verhältnismäßig lange Afterflosse. Hauptsächlich lebte die Brasse (oder auch Brachse) in stillstehenden Gewässern. Hierzu zählen Weiher, Seen oder auch größere Teiche. Hier ein typischer Weiher wo sich die Brasse zuhause fühlt:

Häufig kann man sie dort auch in größeren Schwärmen antreffen. Denn wenn sie auftreten, dann meistens mit weiteren Artgenossen. Am liebsten ernähren sich die Schwärme dann von Insekten und Kleinkrebsen. Großbrassen fressen auch gerne mal kleinere Fische.

In Gebieten wo Brassen und Rotaugen aufeinander treffen, kommt es zudem häufig zu Hybriden. Es entstehen dann Kreuzungen der beiden Arten. Wer auf besonders kapitale Brassen aus ist, sollte sich im Shannon-System von Irland genauer umschauen. Hier gibt es häufig sehr große Exemplare. Sie zeichnen sich zudem durch die besonders auffälligen Streifen am Körper aus.

Die richtige Brassenrute

Wir verwenden eine Matchrute mit einer Gesamtlänge von 3,70 m bis 3,90 m. Als sehr gut hat sich dafür bspw. die Daiwa Aqualite Power Match 390MHDaiwa Aqualite Power Match 390MH mit einer Gesamtlänge von 3,90 m bewährt. Sie besteht aus 3 Teilen und überzeugt durch ihr exzellentes Preis / Leistungsverhältnis.Darüber hinaus ist sie mit 290 g wirklich sehr leicht. Zudem zeichnet sie aus, dass sie relativ weich ist und über eine eine gute Aktion verfügt.

Zum erfolgreichen Brassen angeln erfüllt sie daher schon ziemlich viele Eigenschaften. Manchmal bekommt man sie hier auch etwas günstiger, aber sie ist leider, aufgrund der hohen Nachfrage nicht immer auf Lager. Nachfolgend noch ein Bild von der Brassenrute:
Daiwa Aqualite Power Match 390MH

Zum Grundangeln bietet sich auch eine Multipicker Rute an. Viele Angler verwenden zum Brassen angeln auch typische Karpfenruten.

Welche Rolle sollte man zum Brassen angeln verwenden?

Viele fragen uns immer wieder per E-Mail, welche Angelrolle sie zum Brassen angeln verwenden sollten. Wir empfehlen hier eine mittelgroße Freilaufrolle. Hier hat sich in der Vergangenheit die Shimano Usa Baitrunner 4000 Oceanic bewährt. Sie verfügt über eine tolle Schnurverlegung und mit ihr sind sehr gezielte Würfe problemlos möglich. Und so sieht sie aus:
Shimano USA Baitrunner 4000 OC Oceanic Freilaufrolle

Bespulen kannst du sie mit einer monofilen 0,2 bis 0,25er Angelschnur. Hiermit haben wir persönlich die besten Erfahrungen gemacht.

Effiziente Brassen Montage

Als Brassen Montage verwenden wir in der Regel eine einfache Paternoster Montage. Diese hat sich vor allem beim Grundanglen bewährt. Du benötigst dafür lediglich ein Schlammblei (Birnenblei), ein ausreichendes Vorfach und 2 Gummistopper. Dabei sollte das Schlammblei an einem 30 bis 40 cm langen Schnurstück hängen.

Das Vorfach kann ruhig etwas länger sein. Wir verwenden Vorfächer mit einer Länge von ca. 50 cm. Als Alternative zum Birnenblei kannst du auch einen kleinen Futterkorb benutzen. Sollte die Strömung wirklich stark sein, dann verwende flache Bleie mit einem Gesamtgewicht von ca. 100 g.

Als Hakengröße richten wir uns etwas nach der Größe des Köders. In der Regel verwenden wir einen 12er oder 14er Angelhaken. Auf der nachfolgenden Abbildung kannst du den Aufbau der Brassen Montage am besten sehen:

Achte bei der Paternoster Montage vor allem auf den Untergrund. Dieser sollte nicht zu schlammig sein.

Die besten Brassen Köder

Als Brassen Köder kannst du verschiedene Köder einsetzen. Wir füttern die Brassen einige Tage vorher bereits an. Dadurch wissen sie bereits im Vorfeld, dass es sich um einen geeigneten Futterplatz handelt. Darüber hinaus lock das Anfüttern auch noch andere Brassen an. So ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Brasse am Angeltag wesentlich höher als wenn du gar nicht anfütterst.

Als Grundfutter hat sich bei uns das bewährte Browning Halibut BBQBrowning Champion´s Ch. Halibut BBQ als besonders effektiv erwiesen. Wir haben es bereits häufig angewendet und unserer Erfahrung nach, lockt es vor allem die größeren Fische an und hält die kleineren Exemplare fern. Auf jeden Fall ein Geheimtipp.

Wenn viele Karpfen in dem Gewässer sind und der See von Karpfenanglern bevorzugt wird, dann kannst du das Anfüttern auch mit Boilies versuchen. In der Regel haben sich die Brassen an diese bereits gewöhnt. 10 mm Boilies sind hierfür normalerweise vollkommen ausreichend.

Zusätzlich zum Grundfutter haben wir sehr gute Erfahrung mit Würmern gemacht. Dabei spielt es weniger eine Rolle um welche Wurmart es sich handelt. Viel entscheidender ist, dass diese richtig dem Angelhaken platziert werden. Viele Angler neigen dazu, Würmer mehrfach auf dem Haken aufzuspießen damit diese besser halten.

Dadurch verknoten sie sich häufig zu einem dicken Klumpen. Fakt ist aber, dass Brassen Würmer am liebsten schlürfen bzw. aufsaugen. Daher ist es ratsam den Wurm an einem Ende aufzuspießen und dann etwas vorsichtiger beim Einwerfen ins Wasser zu sein. Zusammen mit der Paternoster Montage bietet ihr den Wurm perfekt an um die Brassen auf ihn aufmerksam zu machen. Auf dem nachfolgenden Bild ist das typische Schlürfverhalten der Brasse zu sehen:


Als weiteren Brassen Köder hat sich auch klassischer Dosenmais besonders bewährt. Dieser hat allerdings den Nachteil, dass er auch andere Fische sehr gut schmeckt und diese anlockt. Vor allem beim Karpfen angeln haben sie sich bewährt. Hier noch ein Bild von dem typischen Mais aus der Dose den wir verwenden:

Als Alternative zum Dosenmais bieten sich auch klassische Maden an. Auch diese werden von vielen anderen Fischen gerne gefressen. Um dies zu verhindern, bietet es sich an diese auf einem sogenannten Maggotclip zu befestigen. Hier kann ca. 10 bis 20 Maden ohne Probleme unterbringen. Diese große Anzahl an Maden locken vor allem die kapitalen Brassen an. Ein solcher Maggotclip sieht wie folgt aus:

Maggotclip

Wer einen Hund zuhause hat, kann es auch mal mit Frolic Ringen versuchen. Wir haben es selber nicht ausprobiert aber schon einiges positives darüber gehört. Auch die Nash Snowpots Scopex SquidsNash Snowpots Scopex Squids haben sich als fängig beim Brassen angeln erwiesen.

Alles zur Fangzeit

Brassen lassen sich besonders gut im Frühjahr und im Spätherbst landen. Im Winter sind Brassen hingegen etwas fauler. Zeitgleich verlangsamt sich auch der Stoffwechsel. Daher empfehlen wir unbedingt die wärmeren Tage zum Brassen angeln. Hier kann man die größtmöglichen Erfolge erzielen.

Darüber hinaus konnten wir die besten Fänge Nachts erzielen. Tagsüber konnten wir zwar auch schon die ein oder andere kapitale Brasse an Land ziehen, aber Nachts haben wir definitiv die beste Erfahrung machen können. Schnapp dir dazu am besten eine Karpfenliege oder einen vernünftigen Angelstuhl um die Nacht am See möglichst gemütlich zu verbringen.

Der richtige Standort um auf Brasse zu angeln

Natürlich ist neben der richtigen Ausrüstung auch der Standort entscheidend um erfolgreich auf Brassen angeln zu können. Für uns haben sich breite und ruhige Flüsse als sehr gut erwiesen. Besonders dort wo der Grund etwas breiter, aber auch nicht allzu schlammig ist. Darüber hinaus sollte die Flusskante möglichst seicht sein und zur Mitte des Flusses hin abfallen.

Achte auch darauf, dass es keinen Faulschlamm gibt. Dieser bezeichnet einen nährstoffreichen Unterwasserboden unter Abwesenheit von Sauerstoff. Durch die Abwesenheit von Sauerstoff entwickeln sich Gase die viele Brassen (und auch andere Fische) meiden. Meistens kann man diesen schon am Ufer durch die schwarze Farbe erkennen.

Wir verteilen unsere Ruten zudem immer auf mehrere Stellen um die Fangchancen zu erhöhen. Hierzu gehören bspw. Landzungen, Sandbänke und Krautkanten. Auch in Mückenlarvenfelder haben wir schon häufig einige kapitale Brassen fangen können. Hier eine gute Stelle am Main:

Drill der Brasse

Wenn man alles hinsichtlich Köder, Ausrüstung und Angelstelle richtig gemacht hat, wird es zwangsläufig zu einem Anbiss kommen. Brassen reagieren am Anfang meistens sehr stürmisch und setzen sofort zur Flucht an. Allerdings ermüden sie auch relativ schnell wieder.

Dadurch lassen sich die Brassen relativ einfach und schonend mit einem passenden Kescher landen. Auch wenn sie eher zu den ruhigeren Fischen gehören, kann der Drill aufgrund der Größe der Brasse relativ aufregend sein. Versuche einfach die Ruhe zu bewahren und die Brasse schonend zu landen. Anschließend musst du dich natürlich entscheiden wie es mit deinem Fang weitergeht.

Wie geht es nach der Landung weiter?

Wenn alles gut gelaufen ist, kannst du ein Foto mit der Brasse machen.

Lasse sie anschließend wieder frei um sie wieder zurück zu ihren Artgenossen zu lassen. Auch können dadurch auch noch andere Angler Freude an ihr haben.

Natürlich ist es auch möglich sie als Speisefisch zu verwerten. Allerdings sind sie relativ grätenreich. Wenn du dich dafür entscheidest, empfiehlt es sich den Fisch zu braten oder auch einzulegen. Auch für den Ofen eignet sie sich:

Alles auf den Punkt gebracht

Hier haben wir noch ein sehr gutes Video zum Brassen angeln gefunden mit vielen weiteren Tipps und Tricks welche anschaulich direkt am See erklärt werden:

Fazit

Wir hoffen, dass dir unser Bericht gefallen hat. Um beim Brassen angeln wirklich erfolgreich zu sein, bedarf es allerdings einer gründlichen Vorbereitung. Hierzu gehört sowohl die Auswahl der richtigen Rute sowie die Wahl der passenden Ausrüstung.

Wer hier von Anfang an die richtigen Entscheidungen trifft, kann sich in der Regel über gelungene Landungen und kapitale Brassen freuen. Aber zu einer Vernünftigen Vorbereitung ist auch die Wahl des Standortes und der richtige Zeitpunkt entscheidend um den Brassen Schwärmen näher auf den Laib zu rücken. Aber wenn du dich an die oben beschriebenen Tipps ein wenig hälst, kannst du in der Regel nicht viel falsch machen.

Wir hoffen jedenfalls, dass dir einige unserer Tipps und Tricks helfen konnten um dich beim nächsten Ansitz perfekt vorbereiten zu können. Solltest du noch Fragen haben, kannst du uns natürlich jederzeit gerne kontaktieren.

Dein handangeln.de Team

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