Karpfenangeln für Anfänger: 8 effektive Tipps


In diesem Artikel gehen wir ausführlich auf das Karpfenangeln ein und stellen dir Tipps vor, wie du die besten Ergebnisse erzielen kannst. Um erfolgreich auf Karpfen zu angeln, sollte man allerdings zunächst seinen „Gegner“ genauer kennen. Deshalb werden wir zunächst auf den Karpfen und seine typischen Eigenarten sowie Fressgewohnheiten eingehen. So weißt du am besten was dich erwartet.

Anschließend erfährst du verschiedene Tipps um erfolgreich beim Karpfenangeln zu sein. Wenn du mehr zur Thematik wissen willst, dann schau dir auch unsere anderen Artikel an. In der Vergangenheit haben wir nämlich mehrfach über den Karpfen und mögliches Zubehör beim Karpfenangeln berichtet. So zum Beispiel in dem Bericht über die besten Karpfenmontagen, sehr gute Karpfenliegen sowie hervorragende Karpfenruten.

Wenn du aber erstmal die die wichtigen Grundlagen zum Karpfenangeln lernen willst, dann les dich jetzt erstmal ein. Spezialisieren kannst du dich später immer noch. Und jetzt viel Spaß mit diesem Artikel:

Grundlagen über den Karpfen (Cyprinus Carpio)

Karpfen (Cyprinus Carpio) erreichen in der Regel ein Gewicht von bis zu 40 kg. Sie halten sich überwiegend in sehr weitläufigen Gewässern auf. Meistens sind diese Gewässer eher strömungsarm, da sie bevorzugt in natürlichen sowie künstlichen Seen mit weichem Grund leben. Die meisten Karpfen findest du in Europa, Asien sowie in Nordamerika und Australien. Nachfolgend siehst du eine Zeichnung von der Grundstruktur eines Karpfens damit du ihn später besser erkennen kannst. Auffällig sind auf dem Bild das markante Schuppenkleid, sein recht hoher Rücken, der schuppenlose Kopf und seine Barteln:

Geangelt werden sie überwiegend mit Naturködern, aber dazu später mehr. In Gewässern wo sich der Karpfen wohl fühlt, also in nahrungsreichen und eher warmen Gebieten, kann ein Karpfen bis zu 1 kg Gewicht pro Jahr zunehmen. Karpfen sind Friedfische. Das heißt, dass sie in der Regel Pflanzen, Insekten, Würmer und Kleinkrebse fressen. Diese saugen sie mit ihrem Rüssel, der häufig an einen Staubsauger erinnert, ein.

Karpfen laichen in Europa in der Regel zwischen Mai und Juni. Nur dann haben die Gewässer eine laichgerechte Temperatur von 18 Grad. Teilweise werden Karpfen sogar bis zu 40 Jahre alt. Angler unterscheiden in der Regel 3 Karpfenarten. Diese sind:

  • Schuppenkarpfen
  • Spiegelkarpfen
  • Lederkarpfen

Schuppenkarpfen stammen vom Wildkarpfen ab, welche ihren Ursprung in Zentralasien haben. Leider gibt es mittlerweile nur noch sehr wenige Wildkarpfen was an der schwindenden Population liegt. Wildkarpfen erreichen in der Regel auch nur ein Maximalgewicht von 7 kg. Der Spiegelkarpfen hingegen, stammt vom Schuppenkarpfen ab. Er verfügt über wenige aber dafür große Schuppen.

8 Tipps zum Karpfenangeln

Nachdem wir nun die Grundlagen über den Karpfen geklärt haben, starten wir auch schon mit den Tipps. Gezieltes angeln auf Karpfen wird gefühlt, von Sommer zu Sommer immer beliebter. Wenn man das Glück hat einen Großkarpfen zu fangen, dann wird er in den meisten Fällen wieder in das Wasser zurückgesetzt. So können auch andere Angler sich beim nächsten Fang an ihm erfreuen. In der Regel können Großkarpfen dieses Procedre ganz gut wegstecken. Die meisten Karpfen haben nämlich über all die Jahre entsprechend gute Erfahrung mit den Anglern gemacht. Darüber hinaus sind die alten Karpfen auch weniger genießbar.

1. Die Angelstelle vorbereiten

Karpfenangler verbringen in der Regel viel Zeit am Wasser. Deshalb ist eine vernünftige Vorbereitung das A und O. Da das Karpfenangeln oftmals auch Nachts stattfindet, ist ein Angelzelt unabdingbar. Aber auch eine typische Karpfenliege, kann den Komfort schnell steigern. Wir können zum Beispiel diese Karpfenliege von DAM wärmstens empfehlen:

Wir verwenden in der Regel auch einen Angelschlafsack. Tagsüber hilft uns dann ein gemütlicher Karpfenstuhl um bequem zu sitzen.

Karpfen verstecken sich gerne. Achte daher bei der Auswahl deines Angelplatzes darauf, dass du in der Nähe vom Schilf, kleineren Inseln, Scharkanten oder versunkenem Geäst angelst. Das steigert deine Erfolgschancen enorm. Darüber hinaus solltest du das Wasser ganz genau im Auge behalten.

Oftmals sieht sieht man schon an der Oberfläche sich rollende Karpfen. Auch können aufgewirbelte Sedimentwolken im Wasser ein Hinweis auf den Karpfen sein. Wenn man eine geeignete Stelle gefunden hat, hilft es zusätzlich, die Karpfen anzufüttern um die Erfolgschancen zu steigern. So werden sie von Anfang an in die Nähe des Hakenköders gelockt.

2. Die richtige Ausrüstung beim Karpfenangeln

Wenn sie einmal gehakt wurden, versuchen sie oftmals fluchtartig den Schauplatz wieder zu verlassen. Das heißt, sie schwimmen in der Regel hinter eine Deckung wie Schilf, Äste oder dergleichen. Daher ist eine verhältnismäßig starke Rute ist ausschlaggebend für den Erfolg. Beim Karpfenangeln wird in der Regel mit 2 bis 4 Karpfenruten geangelt.

Wir haben hier einen Testbericht mit 6 verschiedenen Karpfenruten veröffentlicht um dir die Auswahl ein wenig zu erleichtern. Achte bei der Wahl der Karpfenrute darauf, dass sie eine durchgängige Aktion haben. Diese haben sich zum Bändigen der Fische als oftmals sehr gut erwiesen. Auf dem nachfolgenden Bild siehst du einen Karpfenangler mit 4 Ruten. Seine Rute die er in der Hand hält, weist die typische durchgängige Aktion einer Karpfenrute auf:

Auch ist eine große Stationärrolle hierfür wichtig. Wir können hier bspw. die Penn Slammer 560L Liveliner empfehlen. Diese ist ausreichend groß und hat sich auch bereits bei vielen Anglern als hervorragende Karpfenrolle bewährt. Hier noch ein Bild von ihr:

3. Die Karpfenmontage

Karpfen sind keine dummen Tiere. Wenn der Befischungsdruck mit der Zeit zunimmt, lernen sie schnell dazu. Daher muss auch bei der Karpfenmontage entsprechend „Vorsorge“ getroffen werden. In dem Artikel über Karpfenmontagen stellen wir noch ausführlicher weitere Montagen vor. Hier gehen wir  auf eine einfache Montage ein.

Gängig beim Karpfenangeln sind vor allem Grundmontagen. Dazu wird ein Köder über ein „Haar“ (deshalb spricht man häufig auch von einer Haarmontage) mit dem Karpfenhaken verbunden. Die Vorfachschnur liegt dabei auf dem Grund auf. Dabei achten wir darauf, dass das zusätzliche Gewicht, die Schnur und das Vorfach in möglichst natürlichen Farben wiedergegeben wird. Dadurch schöpft der Karpfen einfach weniger Verdacht. Saugt der Karpfen den Köder dann an, saugt er auch in den allermeisten Fällen den Haken mit auf. Nachfolgendes Bild veranschaulicht das Grundprinzip dieser Montage:

Achte bei der Haarmontage darauf, dass deine Stationärrolle über ausreichend Schnurkapazität verfügt. Der Köder, meistens Boilies, werden nämlich einer oftmals großen Distanz angeboten. Daher sollte die Rolle entsprechend viel Schnur aufnehmen können. Ein Vorteil von hohen Spulen ist, dass die Reibung geringer ist, dadurch wird auch die Wurfweite größer.

Und hier noch zwei extra Tipps: Befestige, ein wenig Grundfutter an den Haken. Dies erreichst du mit einem kleinen wasserlösslichen Strumpf aus PVA. Dieser gibt das Grundfutter frei, sobald sich der Sturmpf aufgelöst hat. Die Karpfen kommen dann in der Regel von ganz alleine. Die besten Erfolge haben wir mit den Quantum Naturködern erzielt. Hier findest du auch noch ein Video wie du ohne Anfüttern zum Erfolg gelangst:

4. Der Auswurf

Achte beim Aufwurf darauf, dass du möglichst zielgenau die Anfütterungsstelle triffst. Hier eignet sich vor allem ein Überkopfwurf. Wenn du dich für eine Rute mit durchgehender Aktion entschieden hast, schont das beim Auswurf zusätzlich den Köder. Und hier noch ein Tipp: Wenn du bei dem Auswurf, in dem Moment wo du die Schnur freigibst in etwa 45 Grad nach oben blickst,  kannst du am zielgenauesten treffen. Stoppe die Schnur am Ende des des Auswurfs mit deinem Zeigefinger um die Schnur möglichst in Spannung zu halten. Dadurch liegt die Angelschnur gestreckter auf dem Wasser. Auch beim Anbiss hat dies Vorteile, aber dazu später mehr.

Nachdem der Köder platziert wurde, kannst du die Karpfenruten bspw. auf einem Bissanzeiger platzieren. Hier eignen sich vor allem elektronische Modelle. Sobald ein Fisch angebissen hat, wirst du darüber akustisch informiert. So kannst du dich ganz bequem erstmal anderen Dingen während dem Ansitz widmen, ohne dabei ständig die Karpfenrute im Auge behalten zu müssen. Ab jetzt heißt es warten bis der erste Anbiss kommt.

5. Der Anschlag

Wenn ein Karpfen angebissen hat, sollte man auch einen Anschlag setzen. Wie man das macht, erfährst du im nachfolgenden. Das Problem beim Karpfenangeln ist nämlich, dass die Karpfen den Angelhaken oftmals im Maul spüren. Spüren sie ihn, kann es vorkommen, dass sie ihn wieder auspucken. Daher sollte man, sobald der Biss erfolgt ist, einen Anschlag setzen.

Einen Anschlag erzielst du indem du kurz nach dem Anbiss, die Schnur ruckartig bewegst. Dadurch verfängt sich der Haken aufgrund der Größe, im Maul des Karpfens. Ein hinausgleiten ist dadurch nahezu unmöglich. Erst dann hat sich der Haken wirklich in das Maul des Karpfens gebohrt.

Achte unbedingt darauf, dass die Schnur kurz vor dem Anschlag etwas gespannt ist. Sollte die Schnur zu locker sein, kann es schnell passieren, dass dir der Köder entgleitet. Achte auch darauf, dass du den Anschlag nicht zu hart setzt. Ansonsten kann es passieren, dass du die Unterlippe vom Karpfen aufreißt und der Karpfen verletzt entkommt. Ein gesundes Mittelmaß ist hier entscheidend.

6. Das Drillen

Wenn es zum Drill kommt, kann der Karpfen sich schnell winden und drehen um fluchtartig zu entkommen. Karpfen flüchten darüber hinaus sehr gerne wenn sie gehakt wurden. Auf nachfolgendem Bild ist dies gut zu erkennen:

Um plötzliche Richtugnsänderungen und ruckartige Bewegungen abzufedern, sollte man einige Dinge beim Karpfenangeln beachten. Halte bspw. die Rute in einem geeigneten Winkel zum Wasser. 45 bis 90 Grad sind hier völlig ok. Dadurch ist es in der Regel einfacher den Karpfen mit leichten Pumbewegungen an Land zu ziehen. Nachfolgendes Bild veranschaulicht diesen Prozess:

7. Das Keschern des Karpfens

Nach dem Drill des Karpfens folgt in der Regel das Keschern. Dies stellt insbesondere für Anfänger ein häufig schwieriges Unterfangen dar. Vor allem wenn man alleine angelt, muss nämlich die Karpfenrute und den Kescher gleichzeitig bedienen. Achte daher unbedingt darauf, dass wenn der Karpfen in der Nähe des Ufers ist, vorsichtig unter den Karpfenden Kescher platzierst.

Danach kannst du ihn anheben. Bei sehr günstigen Keschern kann es schonmal passieren, dass der Kescher je nach Gewicht, auch mal bricht. Deshalb empfehlen wir den Karpfen mit dem gesamten Netz ans Ufer zu ziehen. Vozugweise auf eine Abhakmatte wenn der Untergrund sandig oder steinig ist. Und so sieht der Karpfen dann an Land im Kescher aus:

8. Nach dem Fang

Jetzt gilt es natürlich das Schonmass zu überprüfen. In Bayern und NRW liegt das Schonmaß bspw. bei 35 cm. Hier muss man einfach schauen, dass der Karpfen über dem Schonmass liegt, sollte man ihn anderweitig verwerten wollen. Auch sollte er entsprechend abgehakt werden. Achte darauf, dass du möglichst schonend mit dem Tier umgehst und den Haken nicht mit brachialer Gewalt aus dem Maul des Karpfens reißt. Nachfolgendes Bild veranschaulicht das abhaken au schonende Weise:

Viele Angler töten die Tiere nicht, sondern lassen den Karpfen anschließend wieder frei. Den meisten Anglern geht es nämlich ums angeln und weniger um etwas zu essen zu haben. Besonders kapitale Karpfen werden häufig wieder zurück in das Gewässer gesetzt um auch anderen Anglern dieses Erlebnis zu ermöglichen. Auf dem nachfolgendem Bild handelt es sich zwar nicht um einen kapitalen Karpfen, aber das Foto veranschaulicht das Zurücksetzen des Karpfens.

Schlussworte

Würden alle Angler die gelandeten Karpfen töten, würde sich der Karpfenbestand in Deutschland drastisch reduzieren. Die Folge wäre, dass wir nur noch wenige Setzkarpfen in unseren Gewässern in Deutschland finden würden. Achte deshalb unbedingt auf einen respektvollen Umgang mit dem Tier. Es handelt sich schließlich um ein Lebewesen.

Das heißt letztendlich, dass der Haken aus einem dicken Material bestehen sollte, damit dieser das Karpfenmaul nicht unnötig aufreist. Auch sollte das Vorfach frei von Spitzen und anderen scharfen Gegenständen sein. Denn durch das Fluchten des Karpfens können ernsthafte bis tötliche Verletzungen bei dem Tier hervorgerufen werden.

Auch während des Drills sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Äste oder Steine in unmittelbarer Nähe des Tiers befinden. Auch hier können ernsthafte Verletzungen hervorgerufen werden.  Zudem  sollte eine nicht allzu scharfkantige Schnur verwendet werden um das Tier zu schonen. Zu dieser Thematik gibt es auch hier noch einen guten Artikel.

Wir hoffen jedenfalls, dass dir unsere Tipps zum Karpfenangeln gefallen haben. Wenn du es jetzt überhaupt nicht mehr erwarten kannst, dann schau mal hier nach einer venrünftigen Karpfenruten. Beim Angelplatz gibt es nämlich immer eine große Auswahl und sehr günstige Preise.

Dein Team von handangeln.de

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