Stör angeln: der große Einsteigerguide


Auf Stör angeln zu gehen ist bei vielen Anglern sehr beliebt. Denn man kann relativ einfach ziemlich kapitale Fische an Land ziehen. Dennoch sollte man, insbesondere als Anfänger, einige Dinge beachten. Denn so kannst du deine Erfolgschancen beim angeln auf Stör zusätzlich enorm verbessern.

Daher haben wir diesen Einsteigerguide in die wichtigsten Abschnitte, wie Montage, Köder, Vorfach, Rute und allgemeine Tipps und Tricks unterteilt. Denn nur mit einer wirklich guten Vorbereitung, sind die Chancen auf einen kapitalen Stör wesentlich höher. Aber zunächst solltest du den Stör etwas näher kennenlernen. Dadurch kannst du dich beim angeln besser auf ihn einstellen und weißt über seine Eigenarten stärker Bescheid. Viel Spaß mit unserem Guide.

Europäischer Stör

Der Stör sieht einem Hai ähnlich, die Rückenflosse ist oftmals nach hinten verlagert. Da er am häufigsten in unseren Verbreitungsgebieten vorkommt, gehen wir im Nachfolgenden auf den europäischen Stör ein. Einer der wesentlichen Hauptmerkmale vom europäischen Stör (Acipenser sturio) ist, dass es sich um einen anadromen Wanderfisch handelt. Das heißt, er wechselt zum laichen das Gewässer und steigt in der Regel vom Salzwasser in das Süßwasser auf.

Allerdings findet man ihn mittlerweile nur noch selten im Nordostatlantik. Die Zerstörung der Umwelt, hervorgerufen durch Flussbegradigungen, Schifffahrt und Überfischung haben dazu geführt, dass seine Population in weiten Teilen gesunken ist. Allerdings werden derzeit Maßnahmen zur Wiederansiedlung durchgeführt.

Der Stör gilt, steht auf der roten Liste und gilt als eine vom aussterben bedrohte Tierart. Deshalb gilt für ihn, in vielen Bundesländern in Deutschland ganzjährige Schonzeit. In Bremen bpsw. ist es aber noch möglich den Stör außerhalb der Schonzeit zu angeln. Eine Alternative dazu sind viele kostenpflichtige Forellenseen mit privater Aufzucht.

Nachfolgend findest du noch einige interessante Fragen über den Stör.

Wie alt wird ein Stör?

Männliche Störe erreichen in der Regel ein Alter von 7-9 Jahren. Weibchen hingegen werden deutlich älter und werden 8-14 Jahre alt.

Wie groß wird ein Stör?

Der europäische Stör wird bis zu 3,40 m lang und kann ein Gewicht von bis zu 300 kg erreichen. Die Erfolgschancen einen solchen kapitalen Stör zu anglen, sind aber aufgrund der schwindenden Population, eher gering.

Ist der Stör ein Raub- oder ein Friedfisch?

Der Stör ist ganz klar ein Raubfisch. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um einen atlantischen Stör oder einen es nordamerikanischen See-Stör handelt. Auch wenn er kaum Zähne in seinem Maul hat, ernährt er sich hauptsächlich von lebendiger Nahrung.

Was frisst ein Stör?

Der Stör sucht seine Nahrung zum größten Teil auf dem Boden. Insbesondere in Bezug auf die zu verwendende Montage ist dies ein wichtiger Hinweis. Aber darauf gehen wir später genauer ein. Zu seiner Hauptnahrung zählen u.a. Würmer, Weichtiere und Krebse. Aber teilweise frisst er auch kleinere Fische.

Stör angeln in Deutschland

An einigen Forellenseen in Deutschland werden viele Störe eingesetzt um dem Angler neben dem Forellenangeln auch ein bisschen Abwechslung zu bieten. Daher stößt das angeln auf Stör in unserem Breitengrad auf zunehmende Beliebtheit. Damit dein erster Ansitz auf Stör nicht allzu langweilig wird, gehen wir nachfolgend auf die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, Montagen und Tipps zum Stör angeln ein. Fangen wir mit der richtigen Rute an.

Stör Rute

Die Rute zum Stör angeln kann sich stark an den Ruten zum Karpfenangeln orientieren. Vor allem dann wenn du vorher weist, dass die Störe gerade mal 1,50 m lang sind. In vielen Forellenseen werden sie nämlich nicht größer. Wenn sich solche Störe im See befinden, dann reicht auch eine Rute mit einer Länge von 2,70 m. Das Wurfgewicht sollte in etwa 25 bis 100 Gramm betragen.

Störe springen manchmal wenn sie gehakt wurden. Achte daher darauf, dass die gewählte Rute etwas weicher ist. Wir haben einen Testbericht mit verschiedenen Karpfenruten veröffentlicht an dem du dich orientieren kannst, wenn du möchtest.

Sollten die Störe größer  als 2,00 m, kannst du auch problemlos eine Welsrute verwenden. Wir haben beispielsweise sehr gute Erfahrung mit der Shimano Beastmaster gemacht.

Die Rutenrolle zum Stör angeln

Gerade bei kleineren und mittleren Stören reicht in der Regel eine 4000er Stationärrolle. Als besonders gut hat sich zum Beispiel die Penn Fierce 4000Penn Fierce 4000 erwiesen. Und so sieht sie aus:

Penn Fierce 4000

Sie verfügt über ausreichend Schnurkapazität einen sehr guten Schnurlauf und eine hochwertige Verarbeitung.

Welche Angelschnur sollte man beim Störangeln verwenden?

Bei der Frage zur richtigen Angelschnur beim Stör angeln, scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf eine monofile, die anderen auf eine gelochtene Angelschnur. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Eine monofile Angelschnur, federt den Sprung des Störs sehr gut ab. Denn sie gilt im Allgemeinen als etwas elastischer. Dafür kann man den Anhieb, aufgrund der Elastizität, nicht optimal setzen. Die starrere gelochtene Angelschnur hingegen  ist sehr gut um den Anhieb in das auf sehr zähe Maul des Störs zu setzen. Dafür federt sie die Sprünge nicht so gut ab.

Geflochtene werden in der Regel mit einer Schnurstärke von 0,20 mm bis 0,25 mm verwendet. Monofile Angelschnüre sind hingegen oftmals deutlich dicker und weisen zum Stör angeln Stärken von 0,3 bis 0,35 mm auf. Wir empfehlen zum Stör angeln die Verwendung einer geflochtenen Angelschnur.

Stör Montage

Es gibt 2 Montagenarten die wir dir gerne vorstellen möchten. Dies ist zum einen die Stör Montage mit Laufblei und zum anderen eine Festbleimontage. Fangen wir mit der Laufbleimontage ein. Für eine unserer Lieblings Stör Montagen benötigst du folgende Gegenstände:

  • 6er Karpfen Haken (wahlweise auch  4er bis 1/0er Schonhaken möglich)
  • Räucher-Lachs als Köder (weitere Köder findest du weiter unten)
  • 70 cm 0,35 monofiles Vorfach
  • Stopperperle
  • Tönnchenwirbel (6 g)
  • 1 Laufblei mit 20 bis 35 g Gewicht / alternativ mit Antitangel

Verwende unbedingt ein etwas dickeres Vorfach. Denn wenn der Stör einmal anbeißt, kann es manchmal wirklich turbulent werden. Sie ziehen dann erstmal ab und versuchen mit voller Kraft zu entkommen. Sprünge sind hier keine Seltenheit. Deshalb sollte das Vorfach etwas dicker gewählt werden. Eine 0,35 mm dicke monofile Vorfachschnur ist dabei in der Regel vollkommen ausreichend.

Der Aufbau sieht wie folgt aus:

Darüber hinaus haben wir auch gute Erfahrung mit einer Festbleimontage gemacht. Das passende Video dazu findest du im Nacholgenden. Es wird Schritt für Schritt erklärt wie du für den Aufbau am besten vorgehen solltest:

Stör angeln Köder

Wenn du die richtige Rute, Rolle und die passende Montage gewählt hast, solltest du dich mit dem Köder beschäftigen. Einer der besten Köder um den Stör zu angeln sind Fischboillies. Wir haben sehr gute Erfahrung mit den Top Secret Stör Boilies machen können. Sie basieren auf Bienenmaden und haben schon zu dem ein oder anderen wirklich kapitalen Anbiss geführt. Verwende diesen Köder mit der bereits vorgestellten Festbleimontage. Hier noch ein Bild von der Verpackung:

Um die Störe etwas an den Futterplatz zu gewöhnen, empfehlen wir die Boilies 1 bis 2 Tage vorher aufzuwerfen und die Störe etwas anzufüttern. Dadurch wissen sie bereits im Vorfeld, dass es sich dort um eine vielversprechende Futterstelle handelt.

Viele Angler schwören auf auch auf geräucherten Lachs von Aldi. Hier reicht es in de Regel schon wenn man ihn entsprechend portioniert, wie auf dem folgenden Bild zu sehen:

Durch die Portionierung hat man eine gute Größe um ihn später auf dem Haken zu platzieren. Achte darauf, dass du ihn ausreichend befestigst, damit er nicht beim Werfen vom Haken fliegt. Wir haben mit dieser Methode selber schon einige größere Störe an Land gezogen.

Ein weiterer Geheimtipp ist Tilsiter Käse. Mit ihm fängt man zwar noch einige Karpfen, aber der Köse hat sich zum Stör angeln als sehr fängig erwiesen.

Du bekommst ihn zum Beispiel im Supermarkt. Viele Angler schwören auch auf Tauwürmer als Stör Köder. Insbesondere am kommerziellen Angelsee werden diese gerne eingesetzt. Je nach zu erwartender Größe werden dann zwei bis acht Tauwürmer eingesetzt. Hier siehst du einen typischen Tauwurm:

Als Alternative zum Tauwurm bietet sich zum Beispiel auch die Dendrobena an. Dieser wird auch sehr gerne vom Stör genommen. Hier sollte einfach jeder Angler ausprobieren was für ihn am besten funktioniert.

Aber wenn du wirklich auf Nummer sicher gehen willst, dann nimm die Boilies.

Der richtige Standort für deinen Köder

Natürlich bringt der beste Köder nichts, wenn der Köder an einer schlechten Stelle platziert worden ist. Störe sind nämlich ständig in Bewegung. Sie können nie still stehen bleiben wie bspw. ein Wels. Dabei sind sie fortlaufend auf der Suche nach Nahrung. Insbesondere an Forlelenseen schwimmen sie daher ihre kreisförmigen Bahnen. Und genau diese Bahnen gilt es als Angler zu finden.

Um auf ihrer Bahn zu bleiben, orientieren sich Störe in der Regel an den Kanten am Grund. Und genau diese solltest du nach Möglichkeit anvisieren. Meistens fallen einem diese schon beim ausloten der Gewässertiefe auf. Die Kanten liegen meistens sehr nah am Ufer. Häufig sind die störe dadurch keine 10 m entfernt. Daher lohnt es nicht den Köder besonders weit auf dem See auslegen. Bleibe daher in Ufernähe, den dort hält er sich in der Regel am liebsten auf.

Wenn du vorher den See mit einem Angelboot etwas abfahren kannst, dann empfehlen wir dir auch einen Fischfinder um die Kanten zu finden.

Der Drill beim Stör

Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem der erste Stör anbeißt. Jetzt solltest du mit einem kleinen Ruck einen ersten Anhieb setzen um den Haken im Maul des Störs zu befestigen. Der Stör braucht immer einige Sekunden bis er gemerkt hat, dass er gehakt worden ist. Sobald er sich darüber im Klaren geworden ist, beginnt er in der Regel seinen ersten Fluchtversuch. Bei der Flucht ist er etwas langsamer als bspw. ein Karpfen. In der Regel setzt der Stör aber immer mal wieder zur Flucht an. Hier sollte man sich einfach mental drauf vorbereiten und sich von den plötzlich einsetzenden Fluchtversuchen nicht abschrecken lassen.

Am Anfang halten sie sich sehr gerne auf dem Grund auf, sodass man sie nicht von der Stelle wegbekommt. Sie kleben dann wie ein Magnet am Grund. Hier sollte man einfach geduldig bleiben und abwarten bis er sich wieder vom Grund „löst“. Manche Störe springen auch aus dem Wasser, vermutlich vor Panik, Angst oder Aggression. Tritt dieser Fall ein, sollte man unbedingt die Spannung halten um ein ruckartiges abreißen der Angelschnur zu vermeiden.

Die Landung

Irgendwann ist de rStör dann müde und auspowert. Jetzt ist es Zeit für die Landung. Das er bereit für die Landung ist, merkst du vor allem daran, dass er langsamer wird und an die Oberfläche kommt. Häufig dreht er sich auch mit dem Rücken nach unten und man bekommt seinen weißen Bauch zu sehen.

Um den Stör nicht zu verletzen, solltest du einen großen Kescher, wie man ihn zum Beispiel vom Karpfeangeln her kennt, verwenden. Auch ist eine ausreichend große Abhakmatte recht sinnvoll. Wenn der Boden nicht aus Kies oder Steinen besteht, sondern aus feuchtem Gras, sollte auch dieses kein Problem darstellen. So kannst du dir die Abhakmatte sparen.

Achte vorher darauf, dass du eine lange Lösezange dabei hast. Der Grund ist folgender: Der Haken sitzt sehr häufig im Winkel des Mauls, allerdings hindert der lange Rüssel beim Stör etwas daran ihn zu lösen. Daher empfehlen auf jeden Fall eine lange Angelzange zu verwenden. Wir können dir dafür die Savage Gear Pistol Deep Throat Lösezange empfehlen.

Tipps zum Stör angeln allgemein

Wenn du ihn abgehakt hast, kannst du auch noch ein Foto mit ihm machen, sofern du Lust hast:

Um ein gutes Foto machen zu können, solltest du ihn mit der einen Hand an der Schwanzwurzel und mit der anderen Hand unter der Brustflosse packen. Dadurch kann er dir nicht so schnell entgleiten.

Lass ihn anschließend wieder frei damit, auch andere Angler sich an ihm erfreuen können un der weiter leben kann. Meistens drehen sich Störe nach den Strapazen erstmal auf den Rücken sobald man sie in das Wasser setzt. Damit das nicht geschieht, solltest du ihn an der Schwanzwurzel packen und aufrecht ins Wasser legen. Mach dies solange bis er anfängt sich zu bewegen. Schicke ihn anschließend wieder zurück in die Freiheit.

Schlussworte

Wir hoffen, dass dir unser kleiner Einsteigerguide zum Stör angeln ein wenig helfen konnte. Wenn ja, dann teile den Artikel doch mit deinen Freunden auf facebook oder verlinke ihn auf deiner Homepage. Wenn du noch Fragen hast, kann du uns auch jederzeit gerne schreiben.

Dein handangeln.de Team

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