Die 4 ungewöhnlichsten Angel-Events auf der Welt


„Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.“, sagte schon scherzhaft Peter Bamm, Arzt und Schriftsteller in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dem können wir durchaus nicht widersprechen, wenn auch dieses Zitat eher neckisch in Richtung der Philosophie geht, anstatt etwas Positives über das Angeln auszusagen.

Auf dieser Seite berichten wir euch schon länger viel über das Angeln und in der Regel – und das sagt man dem Angeln im Allgemeinen ja auch nach – geht es bei dieser Beschäftigung eher ruhig zu. Einige hingegen scheinen aber auch im Angeln noch etwas Neues zu suchen und so finden sich in der Welt einige Angel-Events, die durchaus etwas anderes bieten, als nur mit einer Handangel am Ufer zu sitzen und die Ruhe zu genießen.

Bei manchen Events kann es auch schon mal Angel-untypisch richtig zur Sache gehen und von diesen wollen wir euch in diesem Artikel berichten.

Tunarama – Thunfisch-Wahnsinn

Das erste Event dieser Liste findet am anderen Ende der Welt statt, genauer in einem Land, in dem man beim Angeln auch mal damit rechnen muss, gefressen zu werden, denn hier, so sagt man, versucht alles einen umzubringen. Trotzdem ist es eines der begehrtesten Reiseziele der Welt und Heimat von wahrlich entspannten Menschen. Die Rede ist natürlich von Australien.

In Port Lincoln, im Süden des Landes, findet im Januar das mittlerweile weltweit bekannte Tunarama statt, ein – ihr lest es richtig – Thunfisch-Weitwerf-Wettbewerb.

Der Veranstalter nennt es liebevoll eine breite Auswahl von Events sowie Kultur- und Kunstausstellungen, in Wahrheit geht es aber nur um eines: einen 10kg Fisch so weit zu werfen, wie es irgendwie geht. Das Festival besteht dabei keinesfalls aus ein paar verrückten Kumpeln, sondern hat mittlerweile eine fast 60-jährige Geschichte und ist ein richtiges Volksfest über mehrere Tage.

Karibische Abenteuer auf den Bahamas

Was haben Poker und Angeln gemeinsam? Nichts? Weit gefehlt! Im Poker-Jargon werden die schwächeren Spieler oft mit dem englischen Begriff „Fish to be eaten by Sharks“ abgestraft. Das ist natürlich nicht wörtlich gemeint, war für den Poker-Riesen PokerStars vielleicht aber Aufhänger genug, im Jahr 2011 zum Fish & Chips Event einzuladen, als Teil der PokerStars Carribean Adventures auf den Bahamas.

Das Event hieß nicht bloß so, sondern nahm sich auch zum Ziel, Angeln und Poker geschickt miteinander zu verbinden und so konnte man an den zwei Tagen zuerst seine Angelfähigkeiten unter Beweis stellen, um im Anschluss an das Wiegen um den schwersten Fisch, mit einem 2,300$ Buy-in ins Pokerturnier zu starten.

Es ist nicht ganz klar, ob es sich bei dem ganzen um ein einmaliges Ereignis handeln sollte, oder es noch einmal eine Wiederholung gibt, klar ist aber: Es hat für ordentlich Aufmerksamkeit in der Pokerwelt gesorgt.

Kultureller Überfluss im Norden Nigerias

Jedes Jahr trifft sich, so könnte man meinen, das halbe Nigeria zum größten und spektakulärsten Volksfest der ganzen Region, dem Argungu Festival im nordwestlichsten nigerianischen Bundesstaat Kebbi.

Dutzende Veranstaltungen reihen sich aneinander und der kulturelle Reichtum des Landes kann an einem Ort förmlich mit den Händen gegriffen werden. Der Höhepunkt des Festivals ist der Fisch-Wettbewerb. Dabei springen nach einem Startschuss Tausende Menschen in einen Fluss und versuchen innerhalb einer Stunde den größten Fisch zu fangen.

Erlaubt sind dabei ausschließlich traditionelle Werkzeuge und spezielle Netze. Der Gewinner wird fürstlich belohnt und kann sich über umgerechnet mehrere Tausend Euro Siegesprämie freuen. Der Siegerfisch wiegt dabei gut und gerne schon mal um die 75kg.


Die Mutprobe unter den Mutproben

Wenn man einen Angler fragt, was wohl die größte Mutprobe ist, dann wird man ein Wort sehr häufig hören: Surstömming. Als ein typischer Bestandteil der traditionellen Schwedischen Küche wird Hering in den unterschiedlichsten Arten zubereitet. Eine davon ist durchaus etwas ungewöhnlich für Unerfahrene.

Angel-Events - Hering essen

Dabei hat eigentlich fast jedes Land eine typische Speise, die bei Außenstehenden Haareraufen auslöst – im Fall von Surströmming gehen die Hände allerdings eher in Richtung Nase. Es handelt sich um Hering, der in einer Salzlake fermentiert wird und anschließend in einer Konserve weiter gärt. Durch das Salz kann der Fisch nicht verrotten, allerdings verbreitet er einen sehr starken, charakteristisch, fauligen Geruch.

Ende August beginnt die Saison für die Fischspezialität und beim Alfta Surströmming Festival im Norden Schwedens werden der Fisch und seine über die Landesgrenzen reichende Berühmtheit gebührend gefeiert.

Wenn auch der Geruch des Gerichts abschreckend wirkt, so schwören die Schweden auf seinen vorzüglichen Geschmack und wer Surströmming erst einmal selbst probiert hat, wird bestätigen können, dass er tatsächlich deutlich besser schmeckt als er riecht.

Fazit zu den Angel-Events

Bei einer Reise um die Welt wird einem deutlich, dass Fischerei überall eine große Rolle spielt und Festivals und Events rund um die Aktivität des Angelns beziehungsweise des Fischens im Allgemeinen vielerorts groß gefeiert werden. Nicht immer ist der Vorgang des Fischfangs selbst starker Bestandteil der Festivitäten, doch wenn, dann geschieht dies zumindest in den hier vorgestellten Fällen immer mit einem großen und manchmal etwas verrückten Drumherum.

Trotzdem bleibt immer erkennbar, dass es am Ende viel um die Gemeinschaft geht, denn auch wenn man schweigend nebeneinandersitzt, man angelt nie allein.

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