Handangel – Typen und Nutzung


Im Nachfolgenden erfahrt ihr alles über die Handangel. Hierbei soll insbesondere auf die unterschiedlichen Typen bzw. Arten sowie die Nutzung eingegangen werden.

Handangel Typen

Es existieren nach unseren Recherchen insgesamt fünf unterschiedliche Typen. Sie unterscheiden sich weitestgehend durch ihre Passform, dem Griff, der Handlichkeit, dem Material, den verwendeten Montagen, sowie allgemein dem Aussehen.

Wir werden für jeden Typ jeweils den Zweck, den Aufbau, den Einsatzort und die möglichen Zielfische beschreiben. Leider haben wir bislang noch nicht alle Handangeln fotografieren können. Wenn ihr Bilder eurer Handangel habt und diese hier veröffentlichen wollt, könnt ihr uns gerne jederzeit eine E-Mail schreiben.

Bilder der gängigen Handangel Typen:

Handcaster Handangel

Als Handcaster (weitere Begriffe sind Cuban Yoyo und Bootsangel) wird ein Plastikring zur Aufbewahrung einer Angelschnur bezeichnet. Die Außenseite des Handcasters ist meistens konisch (kegelförmig) um eine reibungslose Schnurführung zu garantieren.

Über die konische Seite kann die Leine einfach und schnell abrollen. Die Innenseite ist in den meisten Fällen flach um eine angenehme Handführung zu gewährleisten. Bei dem Material handelt es sich um bruchsicheres Hartplastik.

Der Handcaster wird häufig zum angeln vom Boot aus eingesetzt. Diese Handangel wird daher auch immer wieder von Seglern und Sportbootfahrern zum Meeresschleppangeln verwendet.

Erfolgreiche Fangergebnisse konnten bei einer Geschwindigkeit von 2 bis 8 Knoten erzielt werden. Mit dem Handcaster lassen sich eine Vielzahl von pelagischen Fischarten auf allen Meeren und Ozeanen fangen. Dazu gehören u.a. kleine und mittlere Thunfische, Bonito, Dorado, Schwertfisch, Makrelenartige, Queenfish, Kingfish und viele weitere.

Allround Handangel

Die Allround Handangel (auch Hobo Angel genannt) ist eine sehr leichte Angel und aufgrund ihres Gewichts besonders beliebt bei Survival Reisenden, Campern und Wanderern. Das zylinderförmige aus dem Hartholz Buche oder Nussbaum hergestellte Objekt wird häufig durch Drehen per Hand hergestellt.

Es handelt sich hierbei in vielen Fällen um das gleiche Holz wie bei Gewehrkolben. Bei der Herstellung wird oftmals Klarlack oder dänisches Öl verwendet um einen langfristigen Schutz dieser Angel zu gewährleisten.

Die Länge beträgt meistens ca. 11 bis 22 cm. Vorzugsweise wird sie an Seen, Flüssen und Bächen eingesetzt. Besitzer dieses Typs berichten über kapitale Fänge von Forellen, Äschen und Aalen mit einfachem Haken und Tauwurm.

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Norwegische Handangel

Die Norwegische Handangel (oder auch Harpe / Haspel genannt) wird überwiegend in Norwegen eingesetzt und ist dort sehr beliebt. Sie kann dort sogar in vielen Supermärkten gekauft werden. Es handelt sich um eine Hartplastikspule zur Aufbewahrung der Angelschnur mit separatem Griff für eine Hand. Diese ähnelt häufig dem Spulengriff für einen Drachen.

Die ursprünglichen ersten norwegischen Handangeln sind hingegen sehr einfach gehalten. Sie bestanden aus 15m Messingdraht, ca. 1 m Paketband und einen Stein. Hierbei wurde ein Teil des Messingdrahts um den Stein mit Hilfe des Klebebands befestigt.

Die Haken wurden in einem Abstand von ca. 25cm am Messingdraht fixiert. Das Einsatzgebiet erstreckt sich meistens an Fjorden, Riffen oder dem offenen Meer. Viele Angler berichten über erfolgreiche kapitale Fänge von Leng, Heilbutt, Wels, Makrelen, Schollen, Pollack, Dorsch und Köhler.


Schlepp-Handangel

Diese bezeichnet eine aus Weichholz hergestellte Angel welche vorzugsweise zum Schleppangeln / Schleppfischen eingesetzt wird. Die aus mehreren Komponenten, und damit nicht aus einem Stück hergestellte Angel hat im Kern eine Metallachse die fortführend zum Holzgriff verläuft.

Die Metallachse soll mit Hilfe eines quadratischen Holzgestells ein einfaches Aufrollen der Schnur ermöglichen. In den meisten Fällen sind die Schlepp-Handangeln mit einem Stück Kork ausgestattet zur sicheren Aufbewahrung der Haken. Sie werden vorzugsweise im Boot auf dem Meer oder Seen eingesetzt wobei der Köder hinter dem Boot geführt wird. Angler berichten über kapitale Fänge von Makrelen, Schollen und Dorschen.

Fertigangel

Die Fertigangelist besonders leicht. Sie eignet sich sowohl zum Spinnfischen, Grundangeln, Ansitz angeln und Schleppfischen. Die Fertigangel wird in den meisten Fällen als fertige Montage mit Pose, Schnur und Bebleiung für den direkten Einsatz angeliefert.

Es handelt sich dabei um eine aus Holz oder Plastik gefertigte Handangel die sich auf die wesentlichen und wichtigsten Funktionen beschränkt. Hierbei wird die Angelschnur auf ein ca. 10 cm langes und ca. 2-4 cm breites Stück Holz oder eine längliche Plastikspule aufgerollt.

Das Holz oder das Plastik verfügt an beiden Enden über eine Vertiefung um ein abrutschen und verdrillen der Schnur zu vermeiden. In den meisten Fällen wird der Haken im Holz oder eine entsprechenden Vorrichtung befestigt und verhakt.

Dadurch wird die Verletzungsgefahr verringert. Wir haben hierzu zudem einen Artikel veröffentlicht wie ihr diese Handangel selber bauen könnt. Mit der Fertigangel lassen sich sowohl Friedfische als auch Raubfische angeln. Angler die mit der Fertigangel ausgestattet sind berichten über kapitale Fänge von Karpfen, Barsch, Zander, Hecht und Aal.

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Fazit

Alles in allem sollte beim Kauf der jeweiligen Typen darauf geachtet werden, welcher Zweck verfolgt wird. Dazu zählt z.B. ob man vom Boot aus oder lieber vom Ufer angeln möchte. Darüber hinaus ist jeder Typ für sich sehr individuell und speziell.

Daher ist es sicherlich auch eine Geschmacksfrage, welche Form, welches Material und Passform zu einem selber passt. Die Entscheidung für welchen Typen man sich persönlich entscheidet kann auch mit dem anvisierten Zielfisch zusammenhängen. So macht eine Schlepp Handangel bspw. eher Sinn für Raubfische die sich im Freiwasser aufhalten und „jagen“ gehen.

Die Allround Variante kann auch bspw. mal auf dem Grund eingesetzt werden. Daher ist die Auswahl immer Abhängig, vom persönlichen Geschmack, dem Zweck sowie den gesetzten Zielen.

Handangeln in der Praxis

Im Nachfolgenden soll auf die unterschiedlichen Methoden mit der Handangel eingegangen werden. Hierbei werden die Unterschiedlichen Bereiche Ufer, Grund und Boot beschrieben.

Nutzung der Handangel vom Ufer

Bei der Nutzung der Handangel vom Ufer aus wird in der Regel aktiv geangelt (Spinnfischen). Als Köder kommen in den meisten Fällen Kunstköder wie Blinker, Wobbler, und Weichplastikköder zum Einsatz.

Anders als bei herkömmlichen Ruten (z.B. Welsruten) wird dabei wird in der Regel die Vorrichtung mit Schwung einige Meter ins Wasser geworfen und dann zügig wieder eingeholt. Hierbei wird die Schnur mit einer Hand festgehalten und dann um die Angel gewickelt.

Die Fische reagieren beim Einholen auf die optischen Reize und Vibrationen. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden dass beim Einholen der Schnur der Schnurlauf richtig erfasst wird da ansonsten ein Schnurdrall möglich ist.

Handangel Video vom Ufer:

Nutzung der Handangel am Grund

Hierbei wird die Handangel ca. 20 bis 30 Meter abgelassen und dann am Grund festgesetzt. Es sollte darauf geachtet werden dass das verwendete Blei nicht allzu leicht ist. Sonst kann es zu Schnurdrall kommen.

In der Regel lassen viele Handangler die Schnur ca. 10 Minuten auf dem Grund um sich danach wieder einzuholen. Das Prozedere wird danach wiederholt. Zwischen kann man vorsichtig an der Schnur ziehen um zu “erfühlen” ob ein Fisch gebissen hat.

Sobald ein Fisch angebissen hat, wird die Schnur langsam wieder aufgewickelt. In der Regel sind die Fische hierbei meistens etwas ruhiger da sich die Schnur gegenüber gewöhnlichen Rollen nur langsam einholen lässt.

Dabei wird die Schnur langsam über den vorgegebenen Schnurlauf gewickelt. Die Schnur wird dabei mit der Hand (vorzugeweise beim Handcaster, Norwegische-, Hobo- und Allround-Handangel) oder über die Wickelvorrichtung bei der Schlepp-Handangel eingeholt.

Nutzung der Handangel vom Boot

Eine weitere Methode ist die Nutzung der Handangel vom Boot aus. In der Praxis hat sich hierfür eine 80er Schnur zur Vermeidung von Schnurdrall am stärksten bewährt. Des Weiteren sollte an der Schnur ein Wirbel befestigt werden.

An den Wirbel werden in der Regel 2 Makrelenvorfächer (oder auch 1 Herringsvorfach) mit großen Haken nacheinander gehakt. Als praxistauglich haben sich glitzernde Haken mit einem Stück Fischhaut erwiesen. Zudem wird ein Birnenblei mit 200 bis 300g befestigt. Die vorgenommenen Einstellungen können je nach Bedarf natürlich noch verfeinert werden.

Danach wird die Schnur plus Haken und Köder langsam ca. 40m (bei Makrelen 70 bis 100m) ins Wasser gelassen und hinter dem Boot hergezogen. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden dass sich die Vorrichtung nicht gleich wieder in der Bootsschraube verfängt.

Ein Verdrallen der Schnur ist dann nahezu unvermeidlich. Viele Angler fahren dann mit ihrem Boot langsam nah am Ufer den Fjord entlang. Die Geschwindigkeit beträgt dabei in der Regel ca. 1,2 bis 1,5 Knoten. Eine weitere Möglichkeit ist auch quer über den Fjord zur gegenüberliegenden Seite zu fahren.

Während des Schleppens sollte die Handangel mit dem Ellebogen immer mal wieder angezogen und abgelassen werden um die Höhe zu variieren. Auch sollte ab und zu alles reingeholt werden und dann langsam wieder zu Wasser gelassen werden.

Sobald ein Fisch angebissen hat, wird die Schnur langsam aufgewickelt. Die Schnur einfach reinzuziehen ohne zu wickeln hat den Vorteil dass es wesentlich schneller geht, allerdings besteht auch dann die Gefahr des Schnurdralls.

Auch könnte sich der gefangene Fisch in der Schnur verknoten. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung der Handangel zum Suchen von Fischen. Hat man eine geeignete Stelle gefunden, kann auch auf eine 1,40m Pilkrute gewechselt werden mit Heringsvorfach und Pilker.

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